Ist das alles Gold was glänzt?
Ist es! ...

Genauer gesagt fast reines 23,5 karätiges Blattgold der Sorte Rosenobel. Ungefähr die Fläche eines Tennisplatzes hat Vergoldermeister Hans Kellner auf die sieben Kuppeln der russisch-orthodoxen St. Maria Magdalena Klosterkirche in Jerusalem aufgetragen. Das Erstaunliche ist, dass die Goldmasse lediglich 800g wiegt und als massiver Barren bequem in eine Zigarettenschachtel passen würde.

Geliefert wird das Gold in Form einer sehr dünnen Folie im Format 85*85 mm². Wieviele Blätter auf den Kuppeln aufgeklebt wurden, kann Hans Kellner nur schätzen: "Ungefähr 40000 werden es wohl sein."

Wenn Gold so dünn ist, hat es in der Regel einen komplizierten Herstellungsprozess durchlaufen. Nachdem die Legierung durch Zusatz von ein wenig Silber und Kupfer bei 1250 Grad Celsius flüssig in einen Barren vergossen wird, folgt ein Walzprozess, bei dem ein dünnes Band gewonnen wird, das ungefähr die Dicke von Zeitungspapier (=0,07 mm) hat.

Anschließend wird es in Quadrate übereinandergestapelt, wobei zwischen jedes Blatt ein Bogen "Montgolfierpapier" gelegt wird. Mit einem schweren maschinellem Stahlhammer wird das Gold solange "geschlagen", bis es nur noch 0,01 mm dick ist.

Zum Abschluss wird das Gold getrennt von Kunststofffolie auch heute noch mit einem 12 kg schweren Hammer von Hand ungefähr 2800 Mal geschlagen bis es nur noch 0,00001 mm dick ist. Warum von Hand? Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, die Handarbeit durch eine Maschine zu ersetzen.

Quelle: Hans Kellner

Quelle: Hans Kellner

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